Als sich das kanadische Art-Punk-Kollektiv CRACK CLOUD vor zwei Jahren in die Mojave-Wüste zurückgezogen hatte, um eine Platte aufzunehmen („Red Mile“), war das auch ein Selbstversuch. Würde die Band in der Abgeschiedenheit der Wüste einen Teil des Ballasts abwerfen können, den sie mit sich herumschleppte? Musikalisch wie persönlich? Denn etwas haben die Mitglieder gemeinsam: Sie kennen Suchtkliniken und Einrichtungen zur Behandlung psychischer Krankheiten aus eigener Erfahrung. Die einen als Fachpersonen – die andern als Betroffene. Und so entstand in Calgary vor zehn Jahren dieses wuschelige Multimedia-Kunst-Kollektiv namens Crack Cloud, das sich als eine Art Ersatz-Reha-Einrichtung verstand. Kunst, Musik und Performance als Medizin. Nach drei Alben und Jahren auf Tournee war das Experiment in der Mojave-Wüste ein Befreiungsschlag: Die neuen Songs rütteln auf, reissen mit, setzen in Bewegung. Gespitzte Ohren hören Devo, Wire, XTC oder Talking Heads. Live sind Crack Cloud eine Wucht, weshalb die Band schon zum zweiten Mal bei uns zu Gast ist. Tanzbar? Yes!


