Harvey Rushmore & the Octopus CH
HARVEY RUSHMORE & THE OCTOPUS, das sind vier Freunde aus Basel und Bern mit einer Schwäche für alte B-Movies und psychedelischen Rock. David Cronenbergs Body-Horror-Klassiker „Scanners“ von 1981 und Bands wie The Black Angels oder The Stooges sind gemeinsame Nenner, und irgendwie fliesst das alles in diese unaufhörlich rollende Dampflokomotive von einem Gitarren-Sound, deren Scheinwerfer sich durch eine menschenleere Fantasy-Landschaft bohren, über der drei blassgrüne Monde hängen. Im Frühjahr war ihr viertes Album „Mindsuckers“ erschienen. Grossartig, wie die neuen Songs durch die Geisterbahn der Popgeschichte poltern, Krautrock- und Proto Punk-Türen knarren, und in den Refrains dringt immer mal wieder etwas Tageslicht durch die Wagon-Jalousien, um das Gemüt aufzuhellen.
Mord Fuzztang CH
Auch die Zürcher MORD FUZZTANG sind Geisterbahnfahrer der Pop-Musik. Ihr aberwitziger Post-Prog Rock wird mit genügend Garage Punk und Krautrock geerdet, um auf der Überholspur nicht komplett die Kontrolle zu verlieren. Ziemlich genial, wie selbst Ausflüge in den Thrash Metall gelingen, ohne zur Karikatur werden. Mord Fuzztang sind über die Jahre zur festen Grösse im Dunstkreis des Helsinkiklub geworden, haben sich zur heiss gehandelten Live-Band gemausert und ihr Debüt-Album „Air Gélatine“ von 2024 bringt alles zusammen, was man sich von einem geselligen Gitarren-Abend erhofft: Wahnsinn und Lautstärke, Spielwitz und Teppiche voller Effektgeräte, wogende Instrumentalpassagen und natürlich Mathilde Ekels fackelnde Stimme, mal cool sprechsingend, dann wieder gefährlich Feuer spuckend.

