In DAVID EUGENE EDWARDS Liedern brennen die Dornbüsche, knallt die Sonne auf den Bibel Belt, an dessen Ausläufern der Sohn gottesfürchtiger Eltern in Denver, Colorado, geboren wurde. Als Kind nahm in der Grossvater, ein Prediger der Kirche des Nazareners, bei der Hand und zog mit ihm durchs Land, um die Worte des Herrn mit Feuer und Schwefel zu verkünden. Edwards Bibelfestigkeit war schon bei seinen Country-Noir-Bands 16 Horsepower und Wovenhand beachtlich. Mit heulender Stimme warnte er vor des Teufels Raffinessen, vorgetragen mit dem Zorn des Punks und der Ekstase des Gospelsängers. 2018 nahm er mit Axel Hacke von den Einstürzenden Neubauten das Solo-Album «Risha» auf, das klang, wie elektronisch zertrümmerter Schlangenbeschwörungs-Blues. Sein neustes Album «Mercurial Silence» ist noch karger. Doom-Metal ohne Gitarren-Riffs, dafür Drum-and-Bass-Kapriolen, Mandolinen und Bässe wie schwarzer Wackelpudding. Dazu Edwards sprechsingender Sermon, der aus Jim Morrison und Nick Cave Chorknaben macht. Hereinspaziert in die Kirche von David Eugene Edwards, der schon mehrmals von der Kanzel unseres Gewölbes predigt. Halleluja!

