Dass THE HAUNTED YOUTH ihr neues Album „Boys Cry Too“ nennen, ist natürlich eine Verneigung vor „Boys Don’t Cry“ von The Cure, die das Weinerliche wie kaum eine andere Band zum ästhetischen Stilprinzip erkoren. Auch die jungen Belgier um Sänger und Gitarrist Joachim Liebens trotzen der Manosphere und baden sich in jener bittersüssen Traurigkeit, die man in den frühen Achtzigern unter Goth verbuchte und die später als Shoegaze, Dreampop oder Indie-Rock so manche Reinkarnation durchlebte. Ganz oben auf der Schaumkrone der Melancholie treiben derzeit auch The Haunted Youth. Sie schleusen ihre elektrischen Gitarren durch lange Ketten von Effektgeräten, bevor ihr Sound als mächtige Sturmflut aus den Verstärkertürmen strömt und sich mit kühlen Keyboard-Nebeln aus dem Tal der Tränen vermengt. Und wie ein Leuchtturm über der sturmgepeitschten Küste, lotst uns Liebens Gesang sicher durch die Brandung an Land. Dort steht ein altes Haus auf einer Klippe, moosbewachsen das Dach, im Fenster flackert eine Kerze.
only tears BEL
Jeroen und Lei trafen sich zufällig in einem Café in Hasselt. Sie quatschen über Musik und nahmen am nächsten Tag ihren ersten Song auf. Er klang, als würde My Bloody Valentine The Cure covern. Aus der Session wurde ONLY TEARS, eine Band mit grosser Affinität für Noise- und Indie-Pop aus den späten Neunzigern.


