Was für ein Glück, dass noch nicht alles, wofür man keine Verwendung mehr hat, im Brockenhaus landet; zum Beispiel Heimorgeln, billige elektrische Gitarren oder alte Tocotronic-Platten. Und falls schon: Was für ein Glück, dass es noch immer Bands gibt, die damit etwas anfangen können. Zum Beispiel ENDLESS WELLNESS. Vielleicht heisst ihr Debüt-Album, das vor zwei Jahren erschienen war, gerade deshalb „Was für ein Glück“! Legt man es auf, wird man von ihrem kunstvoll verwuschelten Indie-Folk-Rock mitgerissen. Ihre Lieder spülen uns durch muffige Proberäume mit brummenden Verstärkern, durch Kneipen, Bars und WG-Küchen. Sie rumpeln wie die „Wilde Maus“ im Prater und werden mit Tocotronic, Isolation Berlin und Big Thief verglichen. Sänger Philipp Auer heult den Mond über dem Landwehrkanal mit einer Inbrunst an, die sich nicht im Alkohol ertränken lässt, denn bei Endless Wellness geht es um das nackte Leben im existenziellen Zustand. Um Zärtlichkeit und Grausamkeit. Und um die Euphorie des freien Falls, nur zu bändigen mit Bass, Schlagzeug, Klampfe und Orgel.

