Donnerstag, 20. Februar 2014, 21:00 Uhr

Blockflöte des Todes (D)

Blockflöte des Todes – auf den Namen muss man(n) erst mal kommen. Nun, Matthias Schrei, ein aus Sachsen stammender urbaner Berliner, der mittlerweile wieder dem nord-niedersächsischen Landleben verfallen sein soll, ist der Name quasi aus der Nachbarschaft zugeflogen. Gemäss eigenen Angaben hat er (zu) lange neben einer Grundschule gewohnt, in der die Blockflöte des Todes rauf und runter gespielt wurde. Wir können uns alle vorstellen, wie einschneidend so etwas im Leben sein kann. Wahrscheinlich schreibt Schrei mit seiner Gitarre auch deshalb vor allem hyperrealistische Lieder, die von Beziehungen  handeln: gescheiterten, zukünftigen und tierischen. „Da kommt schon die nächste Sau, die nenn’ ich Britney Spears. Im Schlachthof ist heut Tag des offenen Tiers, yo, check that out“, heisst es in einem seiner flockigen Popsongs. Grobmotorisch formulierte Pointen vermischt er mit zwiespältigen Wahrheiten, Fabulierfantasie mit Ironie: Er singt und sagt frei raus, was er sich so zusammenreimt, nimmt keine Rücksicht auf Verluste oder gar übergewichtige (Ex)-Freundinnen: „Baby, Du bist schön, doch nicht mehr ganz so fotogen.“ Kommentar dazwischen: „Diesen Schlankheitswahn finde ich komplett unökologisch, ganz klar, wer zunimmt, spart Wasser beim Baden“. Heute will kaum jemand mehr Blockflöte spielen, Schrei flötet mit seinem humoristischen Post-Blockflöten-Single-Songwriter-Programm erfolgreich gegen den Untergang des verschmähten Holzinstruments an. Es ist (noch) nicht aller Tage Abend. Dank Schrei auch für die Blockflöte nicht.

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Blockflöte des Todes